Gruene Industrie
ESG-Berichtsstandards beschleunigen: Daten aus dem Jahr 2024 zeigen, dass globale Unternehmen zu einem einheitlichen Rahmen wechseln.
Basierend auf den neuesten Berichten von IFAC, AICPA und CIMA zeigt die globale ESG-Berichterstattung im Jahr 2024 einen deutlichen Standardisierungstrend, wobei sich die Nutzungsrate der ISSB- und ESRS-Rahmenwerke verdoppelt hat, während die Nutzung traditioneller Rahmenwerke zurückgegangen ist. Dieser Artikel analysiert die Auswirkungen dieses Trends auf die Compliance-Strategien europäischer Unternehmen und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.
Beschleunigte Standardisierung der ESG-Berichterstattung: Daten für 2024 zeigen, dass globale Unternehmen auf einheitlichen Rahmen umschwenken
Die globale Nachhaltigkeitsberichterstattung bewegt sich von Fragmentierung zu Vereinheitlichung. Laut dem sechsten jährlichen „Global Sustainability Reporting and Assurance Benchmarking Survey“ der International Federation of Accountants (IFAC), des American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) und des Chartered Institute of Management Accountants (CIMA) zeigt sich 2024 bei der ESG-Informationsoffenlegung von Unternehmen weltweit ein deutlicher Trend zur Standardisierung. Obwohl die Daten eine zweijährige Verzögerung aufweisen (die neuesten Daten beziehen sich auf 2024), stellt der Bericht klar: „Die Ergebnisse könnten den Fortschritt hin zu einheitlicheren Standards unterschätzen.“
Kerndaten: Verdopplung der Nutzung von ISSB und ESRS, traditionelle Rahmen im Rückgang
- Die Umfrage deckt börsennotierte Unternehmen aus den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt ab. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
- ISSB-Standard: Ein Drittel (33 %) der berichtenden Unternehmen nutzt oder plant die Nutzung der Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB), mehr als eine Verdopplung gegenüber lediglich 16 % im Jahr 2023.
- European Sustainability Reporting Standards (ESRS): 20 % der berichtenden Unternehmen haben die ESRS bereits übernommen oder planen dies. Diese Zahl wurde 2023 noch nicht separat erfasst, was auf die zunehmende Durchsetzungskraft der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) hindeutet.
- Andere Rahmen im Rückgang: Die Nutzung des Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)-Rahmens, der Global Reporting Initiative (GRI)-Standards und der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) ging um 1–2 Prozentpunkte zurück.
„Das globale Berichtssystem bewegt sich von einem fragmentierten Umfeld hin zu einem zunehmend strukturierten, standardisierten und integrierten System“, heißt es in dem Bericht. „Dieser Wandel ist jedoch noch nicht abgeschlossen und könnte weiterhin von geopolitischen und regulatorischen Stimmungen in den größten Volkswirtschaften beeinflusst werden.“
Europäische Regulierungsdynamik: CSRD als Motor der Standardisierung
- Die treibende Kraft hinter diesem Standardisierungsschub ist Europa. Die 2023 in Kraft getretene CSRD der EU verpflichtet etwa 50.000 Unternehmen zur obligatorischen Berichterstattung nach ESRS und gilt auch für nicht in der EU ansässige Unternehmen, die an der EU notiert sind. Die ESRS sind hochgradig mit den ISSB-Standards anerkannt, die von der International Organization of Securities Commissions (IOSCO) befürwortet werden. Dies macht Europa zum „Regelsetzer“ (rule-maker) für globale ESG-Berichterstattungsstandards.
- Steigerung der Effizienz der Compliance-Kosten für Unternehmen: Bisher mussten Unternehmen gleichzeitig mehrere Rahmenwerke wie GRI, TCFD, SASB usw. bedienen; die Konvergenz von ISSB/ESRS reduziert die Belastung durch Doppelberichterstattung.
- Europäische Unternehmen als Vorreiter: Die ESRS-Nutzungsrate lag 2024 bereits bei 20 % und wird voraussichtlich nach der offiziellen Einführung der verbindlichen Berichterstattung im Jahr 2025 schnell ansteigen, was die Stimme der EU im globalen grünen Finanzwesen weiter stärkt.
US-Markt: Rückgang des ESG-Offenlegungsanteils, aber Vertiefung der PrüfungBemerkenswerterweise zeigt der US-Markt einen Kontrast: Im Jahr 2024 gaben 95 % der befragten US-Unternehmen teilweise ESG-Informationen an, ein Rückgang um 5 Prozentpunkte gegenüber 100 % im Jahr 2023. Gleichzeitig stieg der Anteil der von Prüfungsgesellschaften durchgeführten Nachhaltigkeitsprüfungen auf 32 %, ein Anstieg um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dies zeigt, dass trotz politischem Druck, der zu einer Verringerung des Umfangs der Offenlegung durch einige Unternehmen führt (z. B. Anti-ESG-Gesetze in Bundesstaaten wie Florida), die Nachfrage des Kapitalmarkts nach Informationszuverlässigkeit stattdessen das Wachstum von Assurance-Dienstleistungen fördert.
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